Cremeschnitten mit Blätterteig und Vanillecreme: Klassisches Rezept für eine himmlisch luftige Mehlspeise
Cremeschnitten gehören zu den beliebtesten Klassikern der österreichischen und deutschen Backküche. Knuspriger Blätterteig, eine cremige Vanillefüllung und eine feine Fondantglasur ergeben zusammen ein Dessert, das sowohl optisch als auch geschmacklich beeindruckt. Die Kombination aus luftiger Sahne, aromatischem Vanillepudding und zartem Blätterteig macht diese Süßspeise zu einem besonderen Genuss für Geburtstage, Familienfeiern, Kaffeetafeln oder festliche Anlässe.
Viele Menschen kaufen Cremeschnitten beim Bäcker oder im Café, weil die Zubereitung kompliziert erscheint. Mit einem fertigen Blätterteig und einer gut erklärten Schritt-für-Schritt-Anleitung lässt sich das beliebte Gebäck jedoch auch zu Hause zuverlässig herstellen. Entscheidend ist vor allem, dass der Pudding vollständig auskühlt, die Sahne fest geschlagen wird und die Gelatine richtig verarbeitet wird. So entsteht eine stabile, dennoch angenehm lockere Vanillecreme.
In diesem Rezept erfahren Sie, wie klassische Cremeschnitten mit Blätterteig, Vanillepudding, Sahne und Rum gelingen. Zusätzlich finden Sie hilfreiche Tipps zur Vorbereitung, zum Schneiden, zur Aufbewahrung und zu möglichen Varianten.

Was sind Cremeschnitten?
Cremeschnitten bestehen traditionell aus zwei gebackenen Blätterteigplatten, zwischen denen sich eine dicke Schicht Vanillecreme befindet. Je nach Region wird die Füllung unterschiedlich zubereitet. Manche Rezepte verwenden ausschließlich Vanillepudding, andere kombinieren Pudding mit geschlagener Sahne. Die besonders luftige Variante mit Sahne wird häufig zusätzlich mit Gelatine stabilisiert.
Die obere Blätterteigplatte wird meistens mit Puderzucker bestäubt oder mit einer weißen Fondantglasur bestrichen. Damit die knusprige Oberfläche beim späteren Schneiden nicht zerbricht, sollte die obere Platte bereits vor dem Zusammensetzen in einzelne Portionen geteilt werden.
Cremeschnitten sind unter verschiedenen Namen bekannt. In Österreich findet man häufig die Bezeichnung Cremeschnitte, während in anderen Regionen Begriffe wie Vanilleschnitte, Blätterteigschnitte oder Sahne-Pudding-Schnitte verwendet werden. Unabhängig vom Namen bleibt das Grundprinzip gleich: knuspriger Teig trifft auf eine üppige, cremige Füllung.
Zutaten für klassische Cremeschnitten
Für etwa sechs bis acht große Cremeschnitten benötigen Sie folgende Zutaten:
Für den Blätterteig
- 1 Packung fertiger Blätterteig
Für die Vanillecreme
- 400 ml Milch
- 60 g Zucker
- 1 Packung Vanillezucker
- 1 Prise Salz
- 1 Eigelb
- 2 Packungen Vanillepuddingpulver
- 5 Blatt Gelatine
- 5 Teelöffel Puderzucker
- 4 Esslöffel Rum
- 750 ml Schlagsahne
Für die Oberfläche
- Fondantglasur oder eine andere helle Kuchenglasur
Welche Zutaten sind besonders wichtig?
Fertiger Blätterteig
Fertiger Blätterteig erleichtert die Zubereitung erheblich und liefert bei richtiger Verarbeitung ein sehr gutes Ergebnis. Er sollte bis zur Verwendung gekühlt bleiben, damit die enthaltenen Fettschichten nicht zu weich werden. Nur so geht der Teig beim Backen schön auf und entwickelt seine typischen knusprigen Schichten.
Vanillepuddingpulver
Durch die Verwendung von zwei Packungen Puddingpulver wird die Creme besonders stabil. Die Puddingmasse ist zunächst sehr dick, wird später jedoch mit geschlagener Sahne vermischt. Dadurch entsteht eine angenehm leichte Konsistenz.
Gelatine
Die Gelatine sorgt dafür, dass die Creme nach dem Kühlen schnittfest wird. Ohne Gelatine könnte die Füllung beim Anschneiden aus den Blätterteigplatten herausgedrückt werden. Wer keine Gelatine verwenden möchte, kann alternativ ein pflanzliches Geliermittel einsetzen. Dabei müssen jedoch die jeweiligen Zubereitungshinweise beachtet werden.
Rum
Der Rum verleiht der Vanillecreme ein feines Aroma und passt hervorragend zu Sahne und Blätterteig. Für eine alkoholfreie Variante kann der Rum durch Milch, Vanillesirup oder etwas Zitronensaft ersetzt werden.
Zubereitung der Cremeschnitten
Schritt 1: Blätterteig vorbereiten
Den Backofen zunächst auf 200 Grad Celsius Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.
Den fertigen Blätterteig aus der Verpackung nehmen und vorsichtig ausrollen. Anschließend den Teig in der Mitte teilen, sodass zwei möglichst gleich große Platten entstehen.
Beide Teigplatten mehrmals mit einer Gabel einstechen. Das Einstechen verhindert, dass der Blätterteig beim Backen ungleichmäßig oder zu stark aufgeht. Kleine Erhebungen sind erwünscht, sehr große Luftblasen würden jedoch das spätere Zusammensetzen erschweren.
Die beiden Teigplatten auf das vorbereitete Backblech legen und im vorgeheizten Ofen hellbraun backen. Die genaue Backzeit hängt von der Teigdicke und dem verwendeten Produkt ab. Meistens sind etwa 12 bis 18 Minuten ausreichend.
Der Blätterteig sollte goldgelb, knusprig und vollständig durchgebacken sein. Nach dem Backen die Platten aus dem Ofen nehmen und vollständig auskühlen lassen.
Schritt 2: Vanillepudding kochen
Von den 400 ml Milch einige Esslöffel abnehmen und in eine kleine Schüssel geben. Die restliche Milch in einen Topf gießen.
Zucker, Vanillezucker und eine Prise Salz zur Milch geben. Die Mischung unter gelegentlichem Rühren langsam erhitzen und zum Kochen bringen.
Das Vanillepuddingpulver mit der zurückbehaltenen kalten Milch und dem Eigelb sorgfältig verrühren. Es sollten keine Klümpchen zurückbleiben.
Sobald die Milch kocht, den Topf kurz von der Herdplatte nehmen. Die angerührte Puddingmischung unter ständigem Rühren hineingießen. Den Topf wieder auf die Herdplatte stellen und die Masse bei niedriger bis mittlerer Hitze kurz aufkochen lassen.
Dabei ununterbrochen mit einem Schneebesen rühren. Der Pudding wird aufgrund der größeren Menge Puddingpulver sehr dick. Das ist richtig und notwendig, da später noch Sahne hinzugefügt wird.
Den fertigen Pudding in eine saubere Schüssel füllen. Die Oberfläche mit etwas Puderzucker bestreuen oder direkt mit Frischhaltefolie abdecken. Die Folie sollte möglichst auf der Puddingoberfläche liegen. Dadurch bildet sich beim Abkühlen keine feste Haut.
Den Pudding vollständig auskühlen lassen. Er darf nicht mehr warm sein, wenn er mit der geschlagenen Sahne vermischt wird.
Schritt 3: Obere Blätterteigplatte glasieren
Eine der vollständig ausgekühlten Blätterteigplatten wird später als obere Abdeckung verwendet. Diese Platte mit Fondantglasur bestreichen.
Die Glasur gleichmäßig verteilen und fest werden lassen. Anschließend die Platte mit einem sehr scharfen Messer oder einem Pizzaschneider in sechs bis acht gleich große Stücke schneiden.
Dieser Schritt ist besonders wichtig. Würde die gesamte obere Platte erst nach dem Zusammensetzen geschnitten, könnte der knusprige Blätterteig stark zerbrechen. Außerdem würde beim Schneiden zu viel Druck auf die weiche Creme ausgeübt werden.
Die bereits portionierten Blätterteigstücke lassen sich später einfach auf die Creme legen. So erhält jede Cremeschnitte eine saubere, gleichmäßige Oberfläche.
Schritt 4: Gelatine einweichen
Die Gelatineblätter einzeln in eine Schüssel mit kaltem Wasser legen. Etwa fünf bis zehn Minuten einweichen lassen, bis sie weich geworden sind.
Währenddessen kann die Sahne vorbereitet werden.
Schritt 5: Sahne steif schlagen
Die Schlagsahne sollte sehr kalt sein. Am besten werden auch die Rührschüssel und die Rührbesen kurz gekühlt.
Die Sahne in eine große Schüssel geben und mit einem Handmixer oder einer Küchenmaschine steif schlagen. Dabei darauf achten, die Sahne nicht zu lange zu schlagen, da sie sonst körnig werden und sich zu Butter entwickeln kann.
Die fertige Schlagsahne vorübergehend in den Kühlschrank stellen.
Schritt 6: Puddingcreme verfeinern
Den vollständig ausgekühlten Vanillepudding mit Puderzucker und Rum vermischen. Die Masse mit einem Pürierstab oder Handmixer cremig rühren.
Da der Pudding sehr fest ist, kann dieser Vorgang einige Minuten dauern. Am Ende sollte eine glatte, klümpchenfreie Masse entstehen.
Die eingeweichte Gelatine aus dem Wasser nehmen und vorsichtig ausdrücken. In einem kleinen Topf bei sehr niedriger Temperatur auflösen. Die Gelatine darf nicht kochen, da sie sonst ihre Gelierkraft verlieren kann.
Einige Esslöffel der Puddingmasse zur aufgelösten Gelatine geben und gründlich verrühren. Diese Temperaturangleichung verhindert, dass sich später Gelatineklümpchen in der Creme bilden.
Die Gelatinemischung anschließend unter ständigem Rühren zum restlichen Pudding geben.
Schritt 7: Sahne unterheben
Die geschlagene Sahne nicht auf einmal, sondern portionsweise unter die Puddingmasse heben. Dafür am besten einen großen Schneebesen oder einen Teigschaber verwenden.
Zunächst eine kleine Menge Sahne kräftiger unterrühren, damit der feste Pudding etwas lockerer wird. Die restliche Sahne anschließend vorsichtig unterheben, damit möglichst viel Luft in der Creme bleibt.
Die fertige Vanillecreme sollte glatt, luftig und dennoch stabil sein.
Schritt 8: Cremeschnitten zusammensetzen
Die zweite, nicht glasierte Blätterteigplatte auf eine passende Kuchenplatte, ein Brett oder in einen rechteckigen Backrahmen legen.
Die gesamte Vanillecreme gleichmäßig darauf verteilen. Die Oberfläche mit einer Palette oder einem breiten Messer glatt streichen. Dabei darauf achten, dass die Creme bis an die Ränder reicht und überall ungefähr gleich hoch ist.
Nun die zuvor glasierten und geschnittenen Blätterteigstücke vorsichtig auf die Creme legen. Die einzelnen Stücke sollten direkt nebeneinanderliegen, ohne stark in die Creme gedrückt zu werden.
Die zusammengesetzten Cremeschnitten mindestens zwei Stunden in den Kühlschrank stellen. Noch besser ist eine Kühlzeit von drei bis vier Stunden. In dieser Zeit wird die Gelatine fest und stabilisiert die Füllung.
Schritt 9: Cremeschnitten portionieren
Erst kurz vor dem Servieren werden die Cremeschnitten endgültig in Portionen geteilt.
Dafür an den bereits vorgeschnittenen oberen Blätterteigstücken orientieren. Ein langes, scharfes Messer verwenden und nach jedem Schnitt säubern. So bleiben die Cremeschichten sauber und die einzelnen Stücke sehen besonders appetitlich aus.
Das Messer nicht mit zu viel Druck durch die Creme drücken. Besser ist es, mit einer leichten Sägebewegung zu arbeiten.
Tipps für perfekte Cremeschnitten
Pudding vollständig auskühlen lassen
Warmer Pudding würde die geschlagene Sahne zum Schmelzen bringen. Die Füllung könnte dadurch zu weich werden und später nicht richtig fest werden.
Blätterteig nicht zu dunkel backen
Zu dunkel gebackener Blätterteig schmeckt schnell bitter und lässt sich schwerer schneiden. Eine gleichmäßig goldgelbe Farbe ist ideal.
Obere Platte vorher portionieren
Das Vorschneiden der oberen Blätterteigplatte ist einer der wichtigsten Tricks für ein sauberes Ergebnis. So zerbricht die Glasur beim späteren Portionieren deutlich weniger.
Gelatine richtig angleichen
Die aufgelöste Gelatine sollte niemals direkt in die gesamte kalte Puddingmasse gegossen werden. Durch das vorherige Vermischen mit einigen Löffeln Pudding wird die Temperatur angeglichen und die Gelatine verteilt sich gleichmäßiger.
Ausreichend Kühlzeit einplanen
Auch wenn die Creme direkt nach der Zubereitung relativ fest erscheint, benötigt die Gelatine Zeit zum Festwerden. Die Cremeschnitten sollten daher mindestens zwei Stunden gekühlt werden.
Cremeschnitten ohne Alkohol
Für Kinder oder Menschen, die auf Alkohol verzichten möchten, kann der Rum problemlos weggelassen werden. Ersetzen Sie die vier Esslöffel Rum beispielsweise durch:
- vier Esslöffel Milch
- Vanillesirup
- Zitronensaft
- Orangensaft
- kalten Kaffee
- alkoholfreies Rumaroma
Die klassische Vanillenote bleibt auch ohne Alkohol erhalten.
Mögliche Varianten
Cremeschnitten mit Erdbeeren
Frische Erdbeeren in dünne Scheiben schneiden und auf der unteren Blätterteigplatte verteilen. Anschließend die Vanillecreme darübergeben. Diese Variante eignet sich besonders gut für Frühling und Sommer.
Cremeschnitten mit Himbeeren
Himbeeren bringen eine angenehme Säure und einen schönen farblichen Kontrast zur hellen Vanillecreme. Die Früchte sollten trocken sein, damit sie die Creme nicht verwässern.
Cremeschnitten mit Schokoladenglasur
Statt Fondantglasur kann die obere Platte mit dunkler oder weißer Schokoladenglasur bestrichen werden. Besonders gut passt dunkle Schokolade zur süßen Vanillefüllung.
Cremeschnitten mit Zitronennote
Etwas abgeriebene Zitronenschale oder wenige Tropfen Zitronensaft verleihen der Creme eine frische Note. Dabei sollte nur unbehandelte Bio-Zitrone verwendet werden.
Cremeschnitten mit Kaffee
Ein Teil der Milch kann durch starken Espresso ersetzt werden. So entsteht eine aromatische Kaffeecreme, die besonders gut zu Schokoladenglasur passt.
Aufbewahrung und Haltbarkeit
Cremeschnitten müssen wegen der Sahnefüllung immer im Kühlschrank aufbewahrt werden. Am besten werden sie in einer gut verschlossenen Kuchenbox gelagert, damit sie keine fremden Gerüche annehmen.
Die fertigen Schnitten sind etwa zwei Tage haltbar. Direkt nach dem Kühlen ist der Blätterteig besonders knusprig. Mit zunehmender Lagerzeit nimmt er Feuchtigkeit aus der Creme auf und wird weicher.
Das Einfrieren ist nur eingeschränkt empfehlenswert. Nach dem Auftauen kann sich die Konsistenz der Sahne-Pudding-Creme verändern. Außerdem verliert der Blätterteig seine Knusprigkeit.

Häufige Fehler bei der Zubereitung
Die Creme bleibt zu weich
Mögliche Ursachen sind eine zu kurze Kühlzeit, nicht ausreichend geschlagene Sahne oder falsch verarbeitete Gelatine. Auch warmer Pudding kann die Konsistenz beeinträchtigen.
Die Gelatine bildet Klümpchen
Das passiert meistens, wenn heiße Gelatine direkt mit einer großen Menge kalter Creme vermischt wird. Deshalb sollte immer zuerst eine kleine Menge Pudding zur Gelatine gegeben werden.
Der Blätterteig zerbricht beim Schneiden
Die obere Platte sollte vor dem Zusammensetzen portioniert werden. Zusätzlich empfiehlt sich ein scharfes Messer mit feiner Klinge.
Der Pudding hat eine Haut gebildet
Den heißen Pudding direkt mit Frischhaltefolie abdecken. Die Folie muss auf der Oberfläche aufliegen, damit keine Luft an den Pudding gelangt.
Fazit
Cremeschnitten mit Blätterteig und Vanillecreme sind ein klassisches Dessert, das mit etwas Vorbereitung auch zu Hause ausgezeichnet gelingt. Der knusprige Blätterteig bildet einen schönen Kontrast zur luftigen Sahne-Pudding-Creme. Die Fondantglasur sorgt für eine elegante Oberfläche und macht die Schnitten zu einem Blickfang auf jeder Kaffeetafel.
Besonders wichtig sind vollständig ausgekühlter Pudding, korrekt verarbeitete Gelatine und ausreichend Kühlzeit. Wer die obere Blätterteigplatte bereits vor dem Zusammensetzen portioniert, erhält saubere und ansprechende Stücke.
Das Rezept lässt sich zudem vielseitig verändern. Frische Früchte, Schokolade, Zitrone oder Kaffee verleihen dem Klassiker eine individuelle Note. Ob für eine Feier, einen Geburtstag oder einen gemütlichen Nachmittag mit Kaffee: Selbst gemachte Cremeschnitten sind immer ein besonderer Genuss.