Deutsches Gulasch nach traditioneller Art – zart, würzig und wunderbar aromatisch
Ein gutes deutsches Gulasch gehört zu den Klassikern der herzhaften Hausmannskost. Zart geschmortes Rindfleisch, langsam gegarte Zwiebeln, Paprika, Knoblauch und eine kräftige Sauce machen dieses Gericht besonders aromatisch und sättigend.
Das Geheimnis eines wirklich guten Gulaschs liegt vor allem in der Zeit. Das Fleisch wird zunächst kräftig angebraten und anschließend mehrere Stunden bei niedriger Temperatur geschmort. Dadurch wird das Rindfleisch wunderbar weich und die Sauce entwickelt einen intensiven, vollmundigen Geschmack.
Dieses Rezept eignet sich hervorragend für ein gemütliches Familienessen, einen Sonntag mit Gästen oder auch zum Vorkochen. Am nächsten Tag schmeckt Gulasch häufig sogar noch aromatischer.

Deutsches Gulasch Rezept
Vorbereitungszeit: etwa 30 Minuten
Kochzeit: etwa 2 Stunden 40 Minuten
Gesamtzeit: etwa 3 Stunden 10 Minuten
Portionen: 6 Personen
Zutaten für deutsches Gulasch
Für etwa 6 Portionen benötigst du:
- 900 g Rinderschulter oder Rindergulasch
- Salz nach Geschmack
- Pfeffer nach Geschmack
- 2 EL Pflanzenöl
- 3 große Zwiebeln
- 1 rote Paprika
- 1 gelbe Paprika
- 3 Knoblauchzehen
- 2 EL Paprikapulver
- 1 TL Kümmel
- 1 EL Tomatenmark
- 250 ml Rotwein
- etwa 950 ml Rinderbrühe
- 1 TL getrockneter Majoran
Die Paprikaschoten sind optional. Sie geben dem Gulasch jedoch zusätzliche Süße und sorgen für ein besonders harmonisches Aroma.
Welches Fleisch eignet sich für Gulasch?
Für ein klassisches Gulasch solltest du Fleisch verwenden, das sich besonders gut zum Schmoren eignet.
Sehr gut geeignet sind:
- Rinderschulter
- Rindernacken
- Rinderwade
- Rindergulasch aus der Keule
- Rinderschmorstücke mit etwas Fett und Bindegewebe
Sehr mageres Fleisch ist für Gulasch weniger geeignet. Beim langen Schmoren sorgt das enthaltene Bindegewebe dafür, dass das Fleisch besonders saftig und weich wird.
Schneide das Fleisch am besten in ungefähr 2 bis 3 Zentimeter große Würfel. Zu kleine Stücke können beim langen Schmoren schneller trocken werden.
Deutsches Gulasch selber machen
1. Fleisch vorbereiten
Das Rindfleisch in gleichmäßig große Würfel schneiden.
Anschließend mit Salz und Pfeffer würzen.
Das Pflanzenöl in einem großen Schmortopf oder Bräter kräftig erhitzen.
Das Fleisch portionsweise hineingeben und von allen Seiten kräftig anbraten.
Es ist wichtig, nicht zu viel Fleisch gleichzeitig in den Topf zu geben. Wenn der Topf zu voll ist, tritt zu viel Flüssigkeit aus und das Fleisch beginnt eher zu kochen als zu braten.
Durch das kräftige Anbraten entstehen Röstaromen, die später für den intensiven Geschmack der Gulaschsauce sorgen.
Das angebratene Fleisch aus dem Topf nehmen und kurz beiseitestellen.
2. Zwiebeln langsam anbraten
Die Zwiebeln schälen und in dünne Streifen oder Halbringe schneiden.
Anschließend in den gleichen Topf geben und bei mittlerer Hitze langsam anbraten.
Die Zwiebeln sollten weich und leicht goldbraun werden.
Dieser Schritt darf ruhig einige Minuten dauern. Gut gebratene Zwiebeln bilden später die Grundlage für eine kräftige und leicht sämige Sauce.
3. Knoblauch und Paprika hinzufügen
Den Knoblauch fein hacken.
Die Paprikaschoten waschen, entkernen und in kleine Stücke schneiden.
Knoblauch und Paprika zu den Zwiebeln geben und ungefähr drei Minuten mitbraten.
Dabei regelmäßig umrühren.
4. Gewürze und Tomatenmark einrühren
Nun Paprikapulver, Kümmel und Tomatenmark hinzufügen.
Alles etwa ein bis zwei Minuten unter Rühren anrösten.
Das Paprikapulver sollte dabei nicht zu heiß werden, da es sonst bitter schmecken kann.
Das Tomatenmark darf dagegen leicht karamellisieren. Dadurch bekommt die Sauce später eine tiefere Farbe und ein kräftigeres Aroma.
5. Mit Rotwein ablöschen
Den Rotwein in den Topf geben.
Mit einem Kochlöffel den Bratensatz vom Boden lösen.
Gerade diese Röstaromen sind besonders wichtig für eine aromatische Gulaschsauce.
Den Rotwein einige Minuten köcheln lassen, bis sich die Flüssigkeit ungefähr um die Hälfte reduziert hat.
Wer keinen Alkohol verwenden möchte, kann den Rotwein einfach durch zusätzliche Rinderbrühe ersetzen.
6. Fleisch und Brühe hinzufügen
Das angebratene Rindfleisch wieder in den Topf geben.
Anschließend Rinderbrühe und Majoran hinzufügen.
Alles gut verrühren und einmal kurz aufkochen lassen.
Danach die Temperatur reduzieren.
Den Topf mit einem Deckel verschließen und das Gulasch bei niedriger Hitze etwa 2 bis 2,5 Stunden langsam schmoren lassen.
Zwischendurch gelegentlich umrühren.
Das Fleisch ist fertig, wenn es sich mit einer Gabel leicht auseinanderdrücken lässt.
Warum muss Gulasch so lange schmoren?
Beim Schmoren verändert sich die Struktur des Fleisches.
Rindfleischstücke wie Schulter oder Wade enthalten vergleichsweise viel Bindegewebe. Durch langes, langsames Garen wird dieses Bindegewebe weich.
Dadurch entsteht das typische zarte Fleisch, das ein gutes Gulasch auszeichnet.
Wird das Gulasch dagegen nur kurz gekocht, kann das Fleisch noch fest oder zäh sein.
Deshalb gilt beim Gulasch:
Lieber etwas länger und bei niedriger Temperatur schmoren als zu heiß und zu schnell kochen.
Wie wird Gulaschsauce schön sämig?
Für dieses Rezept brauchst du normalerweise kein Mehl.
Die Zwiebeln zerfallen während der langen Kochzeit teilweise und sorgen dadurch auf natürliche Weise für eine leicht cremige und sämige Sauce.
Falls dir die Sauce am Ende noch zu dünn ist, kannst du das Gulasch einfach einige Minuten ohne Deckel weiterköcheln lassen.
Dadurch reduziert sich die Flüssigkeit und die Sauce wird automatisch kräftiger.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, einige weich gekochte Zwiebelstücke mit einem Löffel leicht zu zerdrücken.
Welche Gewürze gehören in deutsches Gulasch?
Paprikapulver gehört zu den wichtigsten Gewürzen für Gulasch.
Für ein klassisches Aroma eignet sich besonders edelsüßes Paprikapulver.
Wer es kräftiger mag, kann einen kleinen Teil durch rosenscharfes Paprikapulver ersetzen.
Weitere typische Gewürze sind:
- Kümmel
- Majoran
- Pfeffer
- Knoblauch
- Lorbeer
- Salz
Auch ein kleiner Schuss Rotwein sorgt für ein besonders tiefes Aroma.
Was passt zu deutschem Gulasch?
Gulasch lässt sich mit vielen klassischen Beilagen kombinieren.
Besonders gut passen:
- Kartoffelklöße
- Semmelknödel
- Spätzle
- Salzkartoffeln
- Kartoffelpüree
- Nudeln
- frisches Bauernbrot
- Rotkohl
- Gurkensalat
Wenn du viel Sauce im Gulasch hast, sind Spätzle, Klöße oder Kartoffelpüree besonders empfehlenswert.
Sie nehmen die kräftige Sauce wunderbar auf.
Kann man Gulasch einen Tag vorher zubereiten?
Ja, sogar sehr gut.
Gulasch gehört zu den Gerichten, die am nächsten Tag häufig noch besser schmecken.
Während das Gericht im Kühlschrank ruht, verbinden sich die Aromen weiter miteinander.
Du kannst das Gulasch deshalb problemlos am Vortag kochen und anschließend langsam wieder erwärmen.
Das macht das Rezept auch ideal für Familienfeiern oder Gäste.
Gulasch richtig aufbewahren
Nach dem Kochen sollte das Gulasch zunächst etwas abkühlen.
Danach kannst du es in einem gut verschlossenen Behälter im Kühlschrank aufbewahren.
Dort hält es sich in der Regel etwa zwei bis drei Tage.
Beim Erwärmen solltest du das Gulasch langsam erhitzen und gelegentlich umrühren.
Falls die Sauce zu dick geworden ist, kannst du etwas Rinderbrühe oder Wasser hinzufügen.
Kann man deutsches Gulasch einfrieren?
Ja.
Gulasch eignet sich hervorragend zum Einfrieren.
Lass es vollständig abkühlen und fülle es anschließend portionsweise in geeignete Gefrierbehälter.
So kannst du später genau die Menge auftauen, die du benötigst.
Zum Servieren das Gulasch langsam im Topf erhitzen.
Tipps für besonders zartes Gulasch
Damit dein Gulasch besonders gut gelingt, solltest du einige Punkte beachten:
Fleisch kräftig anbraten
Die braunen Röstaromen sorgen später für einen deutlich intensiveren Geschmack.
Zwiebeln nicht zu schnell braten
Die Zwiebeln dürfen langsam weich und goldbraun werden.
Paprikapulver nicht verbrennen
Paprikapulver kann bei zu großer Hitze bitter werden. Deshalb nur kurz mitrösten und anschließend Flüssigkeit hinzufügen.
Gulasch langsam schmoren
Eine niedrige Temperatur und ausreichend Zeit sorgen für besonders zartes Fleisch.
Sauce am Ende abschmecken
Erst nach der langen Kochzeit solltest du endgültig mit Salz und Pfeffer abschmecken, da sich die Sauce während des Schmorens reduziert.

Häufige Fragen zum deutschen Gulasch
Kann ich Gulasch ohne Rotwein kochen?
Ja.
Ersetze den Rotwein einfach durch die gleiche Menge Rinderbrühe.
Das Gulasch wird trotzdem sehr aromatisch.
Welches Paprikapulver eignet sich am besten?
Edelsüßes Paprikapulver ist ideal.
Wer einen etwas kräftigeren Geschmack möchte, kann zusätzlich eine kleine Menge rosenscharfes Paprikapulver verwenden.
Warum ist mein Gulaschfleisch noch zäh?
In den meisten Fällen braucht es einfach noch etwas Zeit.
Lass das Fleisch weitere 30 bis 45 Minuten bei niedriger Temperatur schmoren.
Kann ich mehr Zwiebeln verwenden?
Ja.
Viele traditionelle Gulaschrezepte verwenden sogar eine relativ große Menge Zwiebeln.
Sie sorgen für Geschmack und helfen dabei, die Sauce auf natürliche Weise zu binden.
Muss ich die Paprika verwenden?
Nein.
Die Paprikaschoten können problemlos weggelassen werden.
Das Paprikapulver sollte jedoch bleiben, da es wesentlich zum typischen Gulascharoma beiträgt.
Traditionelles deutsches Gulasch für die ganze Familie
Dieses deutsche Gulasch ist ein klassisches Schmorgericht, das besonders durch seine einfache Zubereitung und seinen kräftigen Geschmack überzeugt.
Zartes Rindfleisch, langsam geschmorte Zwiebeln, Knoblauch, Paprika, Rotwein und eine kräftige Rinderbrühe ergeben eine aromatische Sauce, die hervorragend zu Klößen, Spätzle oder Kartoffelpüree passt.
Das Wichtigste bei diesem Rezept ist Geduld. Gib dem Gulasch ausreichend Zeit zum Schmoren. Dann wird das Fleisch wunderbar weich und die Sauce bekommt den intensiven Geschmack, den man von einem traditionellen Gulasch erwartet.
Gerade an kühlen Tagen ist dieses Gericht perfektes Wohlfühlessen und eignet sich hervorragend für ein gemütliches Essen mit der ganzen Familie.