Traditioneller Sauerbraten – klassisches deutsches Rezept mit kräftiger Soße
Sauerbraten gehört zu den bekanntesten Klassikern der deutschen Küche. Das Gericht überzeugt durch zartes Rindfleisch, eine angenehm säuerliche Marinade und eine kräftige, leicht süßliche Soße. Besonders beliebt ist Sauerbraten an Sonntagen, Feiertagen oder bei einem gemütlichen Familienessen. Serviert mit Kartoffelklößen, Rotkohl oder Salzkartoffeln entsteht ein traditionelles Gericht, das wunderbar sättigt und voller Geschmack steckt.
Das Besondere an einem klassischen Sauerbraten ist die lange Marinierzeit. Das Fleisch wird mehrere Tage in einer Mischung aus Essig, Wasser, Zwiebeln und Gewürzen eingelegt. Dadurch wird es besonders aromatisch und zart. Anschließend wird der Braten kräftig angebraten und langsam geschmort. Aus dem Sud entsteht schließlich eine intensive Soße, die durch zerbröselte Gewürzkekse eine feine Süße und eine angenehme Bindung erhält.
Wer traditionelle deutsche Hausmannskost liebt, sollte dieses Sauerbraten-Rezept unbedingt ausprobieren.

Sauerbraten Rezept im Überblick
Vorbereitungszeit: etwa 30 Minuten
Garzeit: etwa 3 Stunden
Marinierzeit: 3 bis 5 Tage
Gesamtzeit ohne Marinieren: etwa 3 Stunden 30 Minuten
Portionen: 6
Schwierigkeitsgrad: mittel
Was ist Sauerbraten?
Sauerbraten ist ein traditionelles deutsches Schmorgericht aus Rindfleisch. Seinen charakteristischen Geschmack bekommt das Fleisch durch eine saure Marinade, die meist auf Essigbasis zubereitet wird.
Je nach Region gibt es unterschiedliche Varianten. Besonders bekannt ist der Rheinische Sauerbraten, dessen Soße häufig eine süßliche Note besitzt. Früher wurde Sauerbraten teilweise auch mit anderem Fleisch zubereitet. Heute verwendet man meistens Rindfleisch.
Die lange Marinierzeit hat dabei zwei Aufgaben: Zum einen nimmt das Fleisch die Aromen der Gewürze auf, zum anderen wird es durch die Säure zarter.
Das Ergebnis ist ein saftiger Braten mit einer kräftigen, leicht säuerlichen Soße, die hervorragend zu Kartoffelbeilagen und Rotkohl passt.
Zutaten für traditionellen Sauerbraten
Für die Marinade
1 Tasse Rotweinessig oder Apfelessig
3 Tassen Wasser
1 große Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 Esslöffel Zucker
2 Lorbeerblätter
1 Teelöffel ganze Nelken
1 Teelöffel Pimentkörner
1 Teelöffel schwarze Pfefferkörner
Für den Braten
1,4 bis 1,8 kg Rinderbraten, zum Beispiel aus der Keule oder Schulter
2 Esslöffel Pflanzenöl
Für die Soße
etwa 50 g zerbröselte Gewürzkekse oder Lebkuchen
500 ml Rinderbrühe
2 Esslöffel Butter
2 Esslöffel Mehl
Welches Fleisch eignet sich für Sauerbraten?
Für einen klassischen Sauerbraten eignet sich ein Stück Rindfleisch, das sich gut zum Schmoren verwenden lässt. Besonders geeignet sind Rinderkeule, Schulter oder Bug.
Das Fleisch sollte nicht zu mager sein. Ein gewisser Fettanteil sorgt dafür, dass der Sauerbraten beim langen Schmoren saftig bleibt.
Da das Fleisch mehrere Stunden gegart wird, werden auch festere Fleischstücke mit der Zeit wunderbar weich. Genau deshalb ist Sauerbraten ein typisches Schmorgericht.
Sauerbraten richtig marinieren
Die Marinade ist einer der wichtigsten Schritte bei der Zubereitung.
Zuerst den Essig zusammen mit Wasser, Zwiebeln, Knoblauch, Zucker, Lorbeerblättern, Nelken, Piment und Pfefferkörnern in einer großen Schüssel vermischen.
Das Rindfleisch in einen ausreichend großen Behälter legen und vollständig mit der Marinade bedecken.
Der Behälter sollte nicht aus Aluminium bestehen, da die Säure mit dem Metall reagieren kann. Gut geeignet sind Glas, Keramik oder Kunststoff.
Das Fleisch abdecken und für 3 bis 5 Tage im Kühlschrank marinieren.
Während dieser Zeit sollte der Braten ein- bis zweimal täglich gewendet werden. Dadurch verteilt sich die Marinade gleichmäßig.
Je länger das Fleisch mariniert, desto intensiver wird der Geschmack.
Sauerbraten Schritt für Schritt zubereiten
1. Fleisch aus der Marinade nehmen
Nach der Marinierzeit das Fleisch aus der Flüssigkeit nehmen.
Die Marinade nicht wegschütten, da sie später zum Schmoren verwendet wird.
Das Fleisch mit Küchenpapier sehr gut trocken tupfen. Dieser Schritt ist wichtig, damit der Braten beim Anbraten eine schöne Kruste bekommt.
2. Sauerbraten kräftig anbraten
Das Pflanzenöl in einem großen Schmortopf oder Bräter erhitzen.
Das Fleisch hineinlegen und von allen Seiten kräftig anbraten. Jede Seite sollte etwa 4 bis 5 Minuten braten.
Durch das Anbraten entstehen Röstaromen, die später für eine besonders aromatische Soße sorgen.
3. Fleisch langsam schmoren
Die Marinade zusammen mit der Rinderbrühe in den Topf geben.
Die Flüssigkeit kurz aufkochen lassen und anschließend die Hitze reduzieren.
Den Topf abdecken und das Fleisch etwa 3 Stunden langsam schmoren lassen.
Die Temperatur sollte niedrig sein. Das Fleisch darf nicht stark kochen.
Während der Garzeit kann der Sauerbraten gelegentlich gewendet werden.
Nach etwa 3 Stunden sollte das Fleisch so weich sein, dass sich eine Gabel leicht hineinstechen lässt.
Die perfekte Sauerbraten-Soße
Wenn das Fleisch fertig gegart ist, aus dem Topf nehmen und warm halten.
Die Flüssigkeit durch ein Sieb gießen. Zwiebeln und Gewürze können anschließend entfernt werden.
Den Sud wieder in den Topf geben und langsam erhitzen.
Nun die fein zerbröselten Gewürzkekse einrühren. Sie verleihen der Sauerbraten-Soße eine leichte Süße und sorgen gleichzeitig für eine angenehme Bindung.
In einer kleinen Schüssel Butter und Mehl miteinander vermischen.
Diese Mischung portionsweise in die heiße Soße einrühren.
Die Soße etwa 5 Minuten sanft köcheln lassen, bis sie die gewünschte Konsistenz erreicht.
Falls die Soße zu dick wird, etwas zusätzliche Brühe hinzufügen.
Ist die Soße zu dünn, kann sie noch einige Minuten einkochen.
Sauerbraten servieren
Den Braten gegen die Faser in gleichmäßige Scheiben schneiden.
Die Fleischscheiben auf Teller verteilen und großzügig mit der heißen Soße übergießen.
Traditionell wird Sauerbraten mit Kartoffelklößen und Rotkohl serviert.
Auch andere Beilagen passen hervorragend dazu.
Welche Beilagen passen zu Sauerbraten?
Zu einem klassischen Sauerbraten passen besonders gut:
Kartoffelklöße
Semmelknödel
Salzkartoffeln
Kartoffelpüree
Spätzle
Rotkohl
Apfelrotkohl
Rosenkohl
grüne Bohnen
Die Kombination aus Sauerbraten, Kartoffelklößen und Rotkohl zählt jedoch zu den beliebtesten Varianten.
Die Klöße nehmen die kräftige Soße besonders gut auf, während der leicht süßliche Rotkohl einen schönen Kontrast zum säuerlichen Fleisch bietet.
Warum kommen Gewürzkekse in die Sauerbraten-Soße?
Gewürzkekse sind vor allem bei bestimmten regionalen Sauerbraten-Varianten beliebt.
Sie sorgen für eine leichte Süße und geben der Soße zusätzlich eine feine Gewürznote.
Gleichzeitig helfen die zerbröselten Kekse dabei, die Soße zu binden.
Wer keine Gewürzkekse verwenden möchte, kann alternativ Lebkuchen oder eine kleine Menge braunen Zucker verwenden.
Die Menge sollte jedoch vorsichtig dosiert werden, damit die Soße nicht zu süß wird.
Tipps für besonders zarten Sauerbraten
Für ein perfektes Ergebnis sind einige Punkte besonders wichtig.
Das Fleisch sollte ausreichend lange marinieren. Drei Tage sind das Minimum, vier bis fünf Tage sorgen für einen noch intensiveren Geschmack.
Vor dem Anbraten muss das Fleisch gut abgetrocknet werden. Feuchtes Fleisch würde eher kochen als braten.
Beim Schmoren sollte die Temperatur niedrig bleiben. Langsames Garen macht das Fleisch besonders zart.
Nach dem Garen kann der Braten vor dem Anschneiden etwa 10 Minuten ruhen. Dadurch verteilt sich der Fleischsaft besser.
Die Soße sollte vor dem Servieren unbedingt abgeschmeckt werden. Je nach Essig kann sie etwas mehr Süße, Salz oder Brühe benötigen.
Wie lange muss Sauerbraten marinieren?
Für einen klassischen Sauerbraten sollte das Fleisch mindestens 3 Tage marinieren.
Ideal sind etwa 4 bis 5 Tage.
Während dieser Zeit nimmt das Fleisch die Aromen der Gewürze auf und wird durch die Säure in der Marinade mürber.
Wichtig ist, dass das Fleisch während der gesamten Marinierzeit vollständig oder möglichst weitgehend von Flüssigkeit bedeckt ist.
Es sollte außerdem immer im Kühlschrank aufbewahrt werden.
Kann man Sauerbraten vorbereiten?
Sauerbraten eignet sich hervorragend zum Vorbereiten.
Da das Fleisch ohnehin mehrere Tage marinieren muss, kann man die Vorbereitung gut in den eigenen Wochenplan integrieren.
Auch fertig gegarter Sauerbraten kann problemlos am Vortag zubereitet werden.
Viele finden sogar, dass der Geschmack am nächsten Tag noch besser ist, weil Fleisch und Soße ausreichend Zeit haben, durchzuziehen.
Zum Aufwärmen den Braten zusammen mit der Soße langsam bei niedriger Temperatur erhitzen.
Sauerbraten aufbewahren
Reste können in einem geschlossenen Behälter im Kühlschrank etwa 2 bis 3 Tage aufbewahrt werden.
Am besten lagert man das Fleisch direkt in der Soße. Dadurch bleibt es saftig.
Sauerbraten lässt sich außerdem einfrieren.
Dafür das Fleisch am besten in Scheiben schneiden und zusammen mit etwas Soße portionsweise einfrieren.
Im Gefrierschrank hält sich Sauerbraten etwa 2 bis 3 Monate.
Vor dem Erwärmen langsam im Kühlschrank auftauen lassen.

Häufige Fragen zum Sauerbraten
Warum wird Sauerbraten manchmal trocken?
Zu trockenes Fleisch entsteht häufig durch eine zu hohe Gartemperatur oder durch ein sehr mageres Stück Rindfleisch.
Der Braten sollte langsam und schonend geschmort werden.
Kann man Sauerbraten ohne Rotwein zubereiten?
Ja. Für dieses Rezept wird kein Rotwein benötigt. Rotweinessig oder Apfelessig reicht vollkommen aus.
Wer möchte, kann einen Teil des Wassers durch Rotwein ersetzen.
Welcher Essig eignet sich am besten?
Rotweinessig sorgt für einen kräftigen Geschmack. Apfelessig ist etwas milder und fruchtiger.
Beide Varianten eignen sich hervorragend.
Kann ich die Soße glatter machen?
Ja. Die Soße kann vor dem Servieren durch ein feines Sieb gegossen oder kurz mit einem Stabmixer püriert werden.
Kann ich andere Brühe verwenden?
Ja. Für einen etwas komplexeren Geschmack kann ein Teil der Rinderbrühe durch Hühnerbrühe ersetzt werden.
Klassischer Sauerbraten für Familie und Gäste
Ein traditioneller Sauerbraten braucht etwas Zeit, doch der größte Teil davon besteht aus Marinieren und langsamem Schmoren.
Die eigentliche Zubereitung ist deutlich einfacher, als viele vermuten.
Das Ergebnis ist ein wunderbar zarter Rinderbraten mit einer kräftigen, aromatischen Soße. Besonders zusammen mit Kartoffelklößen und Rotkohl entsteht ein echtes Wohlfühlessen, das perfekt für Sonntage, Feiertage und besondere Familienessen geeignet ist.
Wer deutsche Hausmannskost liebt, wird dieses klassische Sauerbraten-Rezept immer wieder gerne zubereiten.