Plötzlich präsentiert Weidel eine anonyme E-Mail und das ganze Studio stockt

Weidel bezog sich in ihren Ausführungen auf eine angebliche Praxis in der Berliner Verwaltung. Sie erklärte, dass ein Mitarbeiter der zuständigen Abteilung unter Druck gesetzt werde, hohe Einbürgerungszahlen zu produzieren. Konkret zitierte sie aus der E-Mail, dass jeder Beschäftigte in der Abteilung mindestens acht Ausländer pro Woche einbürgern müsse. Als Belohnung für diese Quote könne der Mitarbeiter dann im Homeoffice arbeiten. Diese Vorgabe bezeichnete Weidel als „Turboeinbürgerung per Mausklick“ und kritisierte, dass dabei offenbar keine ausreichenden Deutschkenntnisse mehr nötig seien.

Die Moderatorin konfrontierte Weidel mit dem Begriff „Remigration“, den die AfD-Vorsitzende zuvor verwendet hatte. Auf die Frage, warum sie nicht einfach von „legalen Abschiebungen“ spreche, antwortete Weidel, dass Remigration für sie die Einhaltung von Recht und Gesetz bedeute. Sie bezog sich dabei auf die hohe Zahl von Syrern in Deutschland, die keinen Aufenthaltstitel hätten. Weidel nannte die Zahl von 215.000 Syrern ohne gültigen Aufenthaltstitel in einer Großstadt und sprach von einer halben Million Syrern, die Bürgergeld beziehen. Sie forderte, dass diese Menschen nach dem Sturz von Baschar al-Assad nach Syrien zurückkehren sollten.

Im weiteren Verlauf der Sendung wurde Weidel auf die Glaubwürdigkeit von CDU-Chef Friedrich Merz angesprochen. Sie erklärte, dass eine Zusammenarbeit mit Merz für sie nicht vorstellbar sei, da er sich selbst strategisch eingemauert habe. Sie warf ihm vor, nur linke Politik zu machen und sich von der SPD durch die Manege ziehen zu lassen. Weidel betonte jedoch, dass die AfD bereit sei, mit der CDU zu reden und eine Minderheitsregierung zu tolerieren, sofern Merz aus der aktuellen Koalition austrete. Sie schränkte ein, dass Merz bei der AfD eine „verbrannte Personalie“ sei und ein fähigerer CDU-Politiker für Verhandlungen nötig wäre.

Die Diskussion endete mit einer grundsätzlichen Kritik Weidels an der aktuellen Migrations- und Einbürgerungspolitik. Sie warf der Regierung vor, das Staatsvolk ohne dessen Befragung umzubauen. Die Moderatoren wirkten nach Weidels Enthüllungen und ihrer scharfen Kritik sichtlich überrumpelt. Die Sendung, die bereits vor etwa einem Jahr aufgezeichnet wurde, gilt aufgrund der aktuellen politischen Debatten als brisant. Die genauen rechtlichen Hintergründe der von Weidel zitierten E-Mail und der angeblichen Einbürgerungspraxis in Berlin blieben in der Sendung ungeklärt.