Deutscher Rotkohl mit Apfel – klassisches Rotkohl-Rezept wie bei Oma
Deutscher Rotkohl mit Apfel gehört zu den bekanntesten Beilagen der traditionellen deutschen Küche. Besonders in der Herbst- und Winterzeit wird der aromatische Rotkohl gerne zu Braten, Rouladen, Ente, Gans oder anderen herzhaften Fleischgerichten serviert.
Das klassische Rotkohl-Rezept überzeugt durch seine ausgewogene Kombination aus süßen, säuerlichen und würzigen Aromen. Frischer Rotkohl wird langsam mit Apfel, Zwiebel, Apfelessig, braunem Zucker, Lorbeer und Nelken geschmort. Durch die lange Garzeit wird der Kohl wunderbar weich und nimmt gleichzeitig den Geschmack der Gewürze auf.
Dieses Rezept ist unkompliziert, benötigt nur wenige Zutaten und lässt sich sehr gut vorbereiten. Tatsächlich schmeckt Rotkohl am nächsten Tag häufig sogar noch aromatischer, weil die Gewürze genügend Zeit hatten, vollständig durchzuziehen.

Deutscher Rotkohl mit Apfel auf einen Blick
Vorbereitungszeit: etwa 15 Minuten
Garzeit: etwa 70 Minuten
Gesamtzeit: etwa 1 Stunde 25 Minuten
Portionen: etwa 6
Schwierigkeitsgrad: einfach
Warum dieses Rotkohl-Rezept so gut schmeckt
Ein guter deutscher Rotkohl sollte weder zu süß noch zu sauer sein. Entscheidend ist die richtige Balance zwischen Rotkohl, Apfel, Essig und Zucker.
Der Apfel bringt eine natürliche Süße und gleichzeitig eine leichte Fruchtigkeit in das Gericht. Besonders gut eignet sich eine säuerliche Apfelsorte wie Granny Smith. Der Apfelessig sorgt für die typische feine Säure und hilft außerdem dabei, die intensive violett-rote Farbe des Kohls zu erhalten.
Brauner Zucker rundet die Säure ab, während Lorbeer und Nelken dem Rotkohl sein klassisches würziges Aroma verleihen.
Durch langsames Schmoren entwickelt sich schließlich der typische Geschmack, den viele von traditionellem Rotkohl wie bei Oma kennen.
Zutaten für klassischen deutschen Rotkohl
Für ungefähr 6 Portionen benötigen Sie folgende Zutaten:
- 1 mittelgroßer Rotkohl
- 1 großer Apfel
- 1 mittelgroße Zwiebel
- 60 ml Apfelessig
- 2 Esslöffel brauner Zucker
- 1 Esslöffel Pflanzenöl
- 1/2 Teelöffel Salz
- 1/4 Teelöffel schwarzer Pfeffer
- 2 ganze Nelken
- 1 Lorbeerblatt
Welcher Apfel eignet sich für Rotkohl?
Für klassischen Rotkohl eignen sich vor allem Äpfel mit einer leicht säuerlichen Note.
Sehr gute Sorten sind beispielsweise:
- Granny Smith
- Boskoop
- Elstar
- Braeburn
- Cox Orange
Ein säuerlicher Apfel sorgt dafür, dass der Rotkohl nicht zu süß wird und geschmacklich ausgewogen bleibt.
Wer einen deutlich süßeren Rotkohl bevorzugt, kann selbstverständlich auch eine mildere Apfelsorte verwenden.
Rotkohl vorbereiten
Zuerst werden die äußeren Blätter des Rotkohls entfernt.
Anschließend den Kohl vierteln und den harten Strunk herausschneiden. Danach den Rotkohl mit einem scharfen Messer möglichst fein schneiden oder hobeln.
Je dünner die Rotkohlstreifen sind, desto schneller werden sie beim Schmoren weich.
Die Zwiebel schälen und fein würfeln.
Den Apfel ebenfalls schälen, das Kerngehäuse entfernen und anschließend in kleine Würfel schneiden.
Deutscher Rotkohl mit Apfel selber machen
1. Zwiebeln anschwitzen
Das Pflanzenöl in einem großen Topf oder Schmortopf bei mittlerer Temperatur erhitzen.
Die fein gehackte Zwiebel hineingeben und ungefähr 3 bis 4 Minuten glasig dünsten.
Die Zwiebel sollte weich werden, aber möglichst keine starke Bräunung bekommen.
2. Rotkohl und Apfel hinzufügen
Nun den fein geschnittenen Rotkohl zusammen mit den Apfelwürfeln in den Topf geben.
Alles gründlich miteinander vermischen.
Den Rotkohl ungefähr 2 bis 3 Minuten unter gelegentlichem Rühren leicht mitdünsten.
3. Essig und Zucker dazugeben
Jetzt den Apfelessig über den Rotkohl gießen.
Den braunen Zucker hinzugeben und alles erneut gut vermischen.
Durch den Essig bekommt der Kohl nicht nur einen angenehmen Geschmack, sondern behält auch seine kräftige Farbe.
4. Gewürze hinzufügen
Lorbeerblatt und Nelken in den Topf geben.
Etwas Salz und Pfeffer hinzufügen.
Wer möchte, kann die Nelken auch in ein kleines Gewürzsäckchen geben. Dadurch lassen sie sich später leichter wieder entfernen.
5. Rotkohl langsam schmoren
Den Topf mit einem Deckel verschließen und die Temperatur reduzieren.
Den Rotkohl nun ungefähr 60 bis 90 Minuten bei niedriger bis mittlerer Hitze schmoren lassen.
Währenddessen gelegentlich umrühren.
Sollte der Rotkohl während des Kochens zu trocken werden, können einige Esslöffel Wasser oder Apfelsaft hinzugegeben werden.
Der Rotkohl ist fertig, sobald er angenehm weich ist, aber noch etwas Struktur besitzt.
6. Abschmecken
Vor dem Servieren Lorbeerblatt und Nelken entfernen.
Den Rotkohl anschließend noch einmal mit Salz, Pfeffer, etwas Zucker oder Apfelessig abschmecken.
Je nach persönlichem Geschmack kann die Süße oder Säure dabei angepasst werden.
Den Rotkohl warm servieren.
Wie lange muss Rotkohl kochen?
Die genaue Garzeit hängt davon ab, wie fein der Kohl geschnitten wurde und welche Konsistenz gewünscht ist.
Als Richtwert gelten etwa 60 bis 90 Minuten.
Nach ungefähr einer Stunde besitzt Rotkohl häufig noch etwas Biss. Wer ihn besonders weich mag, lässt ihn entsprechend länger schmoren.
Das langsame Garen ist wichtig, damit sich die verschiedenen Aromen optimal miteinander verbinden können.
Was passt zu deutschem Rotkohl?
Rotkohl ist eine klassische Beilage zu zahlreichen deutschen Gerichten.
Besonders gut passt er zu:
- Rinderrouladen
- Sauerbraten
- Schweinebraten
- Gänsebraten
- Entenbraten
- Wildgerichten
- Frikadellen
- Kassler
- Kartoffelklößen
- Semmelknödeln
- Salzkartoffeln
- Kartoffelpüree
Besonders beliebt ist die Kombination aus Rotkohl, Bratensoße und Kartoffelklößen.
Deshalb gehört das Gericht auch häufig zu traditionellen Weihnachts- und Festtagsmenüs.
Rotkohl am Vortag zubereiten
Dieses Rotkohl-Rezept eignet sich hervorragend zum Vorbereiten.
Tatsächlich schmeckt Rotkohl nach einigen Stunden oder am folgenden Tag oft sogar noch besser. Während der Ruhezeit können sich die Aromen von Apfel, Essig, Zucker und Gewürzen besonders gut miteinander verbinden.
Nach dem Abkühlen wird der Rotkohl einfach in einem verschlossenen Behälter im Kühlschrank aufbewahrt.
Vor dem Servieren langsam in einem Topf erwärmen. Dabei eventuell einen kleinen Schluck Wasser oder Apfelsaft hinzufügen.
Rotkohl richtig aufbewahren
Fertig gekochter Rotkohl kann ungefähr drei bis vier Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden.
Wichtig ist, dass das Gemüse vollständig ausgekühlt ist, bevor es in einen verschlossenen Behälter gegeben wird.
Zum Erwärmen eignet sich ein Kochtopf besonders gut. Bei niedriger Temperatur langsam erhitzen und gelegentlich umrühren.
Kann man Rotkohl einfrieren?
Ja, selbst gemachter Rotkohl lässt sich problemlos einfrieren.
Den vollständig ausgekühlten Rotkohl portionsweise in geeignete Gefrierbehälter geben und luftdicht verschließen.
Im Gefrierschrank hält er sich mehrere Monate.
Zum Auftauen kann der Rotkohl über Nacht in den Kühlschrank gestellt und anschließend langsam im Topf erhitzt werden.
Damit eignet sich das Rezept hervorragend zum Vorkochen größerer Mengen.
Tipps für besonders aromatischen Rotkohl
Rotkohl möglichst fein schneiden
Feine Streifen garen gleichmäßiger und nehmen die Gewürze besonders gut auf.
Säuerliche Äpfel verwenden
Säuerliche Äpfel sorgen für ein ausgewogeneres Aroma und verhindern, dass der Rotkohl zu süß schmeckt.
Langsam schmoren
Rotkohl sollte nicht bei zu hoher Temperatur gekocht werden. Bei niedriger Temperatur entwickelt sich ein deutlich intensiveres Aroma.
Süße und Säure individuell anpassen
Die genaue Menge von Zucker und Essig lässt sich problemlos an den eigenen Geschmack anpassen.
Ist der Rotkohl zu sauer, etwas Zucker hinzugeben.
Ist er zu süß, kann etwas zusätzlicher Apfelessig helfen.
Rotkohl ruhen lassen
Wenn genügend Zeit vorhanden ist, den fertig gekochten Rotkohl einige Stunden oder sogar über Nacht ziehen lassen.
Am nächsten Tag einfach wieder aufwärmen.
Rotkohl verfeinern
Das Grundrezept kann nach Geschmack mit zusätzlichen Zutaten ergänzt werden.
Beliebte Möglichkeiten sind beispielsweise:
- Apfelsaft
- Johannisbeergelee
- Preiselbeeren
- Zimt
- Wacholderbeeren
- etwas Rotwein
- Orangensaft
- Orangenschale
Besonders Johannisbeergelee oder Preiselbeeren geben dem Rotkohl eine angenehm fruchtige Note.
Für ein Weihnachtsmenü kann zusätzlich eine kleine Prise Zimt verwendet werden.
Häufige Fragen zum Rotkohl-Rezept
Warum kommt Essig in Rotkohl?
Essig sorgt für die typische leicht säuerliche Note. Gleichzeitig hilft die Säure dabei, die kräftige rote beziehungsweise violette Farbe des Rotkohls zu erhalten.
Muss man Rotkohl vorher blanchieren?
Nein. Für dieses Rezept wird der frische Rotkohl direkt geschnitten und anschließend im Topf geschmort.
Kann ich normalen Zucker verwenden?
Ja. Statt braunem Zucker kann auch weißer Haushaltszucker verwendet werden.
Brauner Zucker besitzt allerdings ein etwas karamelligeres Aroma.

Muss der Apfel geschält werden?
Das ist nicht zwingend notwendig.
Für eine besonders weiche und gleichmäßige Konsistenz empfiehlt es sich jedoch, den Apfel vorher zu schälen.
Kann ich Rotkohl ohne Nelken zubereiten?
Natürlich. Nelken gehören zwar zu den klassischen Gewürzen, können bei Bedarf aber weggelassen werden.
Warum schmeckt Rotkohl am nächsten Tag besser?
Während der Ruhezeit ziehen Gewürze und Flüssigkeit weiter in den Kohl ein. Dadurch werden Geschmack und Aroma häufig intensiver und harmonischer.
Klassischer deutscher Rotkohl für Weihnachten und Festtage
Rotkohl gehört für viele Familien zu Weihnachten genauso dazu wie Kartoffelklöße, Braten und eine kräftige Soße.
Der große Vorteil dieses Rezepts besteht darin, dass der Rotkohl bereits einen Tag vorher zubereitet werden kann. Dadurch bleibt am eigentlichen Festtag deutlich weniger Arbeit.
Vor dem Essen muss die Beilage lediglich langsam erwärmt und noch einmal abgeschmeckt werden.
Auch für größere Familienessen ist das Gericht daher besonders praktisch.
Fazit: Einfacher deutscher Rotkohl mit Apfel
Klassischer deutscher Rotkohl mit Apfel ist eine unkomplizierte, aromatische Beilage, die hervorragend zu vielen traditionellen Gerichten passt.
Die Mischung aus frischem Rotkohl, säuerlichem Apfel, Zwiebel, Apfelessig, braunem Zucker, Lorbeer und Nelken sorgt für den typischen süß-säuerlichen Geschmack.
Durch langsames Schmoren wird der Kohl angenehm weich und besonders aromatisch. Gleichzeitig lässt sich das Gericht problemlos vorbereiten, aufbewahren und einfrieren.
Wer eine traditionelle Beilage für Rouladen, Braten, Ente, Gans oder ein festliches Weihnachtsessen sucht, liegt mit diesem klassischen Rotkohl-Rezept genau richtig.